Interessante Begegnung auf dem Bahnsteig
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Interessante Begegnung auf dem Bahnsteig
Heute morgen setzte ich mich auf dem Bahnsteig auf eine Bank und wartete auf meinen Zug. Neben mir saßen 2 junge Damen. Offenbar haben die gerade ihr Abi gemacht - könnte vom Alter her passen. Aus ihrem Gespräch entnahm ich, dass zumindest eine von ihnen seit 1.8. auf einer Großbaustelle arbeitete. Keine Ahnung ob als Praktikantin, als Azubi oder als Ferienjob. Diese eine erzählte, dass der WC-Container ca. 200 m von ihrem Arbeitsplatz entfernt sei und sie auch noch einen Berg erklimmen müsste, um dorthin zu gelangen. Dann meinte sie, dass die Jungen einfach hinter einen Bauwagen gingen und sie sich ernsthaft überlegte, es ihnen gleichzutun. Die andere lachte und hatte keine Antwort parat.
Darauf mischte ich mich ein und sagte ihr, sie müsse das so machen. Wenn sie immer eine Toilette für sich reklamieren würde, würde sie bei einer Jobvergabe das Risiko eingehen, gegenüber jedem männlichen Bewerber den kürzeren zu ziehen - und das aus Gründen, die mit Leistung nichts zu tun hätten. Aber auch die männlichen Kollegen würden sich ärgern, wenn sie immer zum Schiffen 20 Minuten wegbliebe. Dagegen würde sie keiner von ihnen "fressen", wenn er sie hinter einem Bauwagen in der Skifahrerposition rumspringen sehen würde. Entweder würde er sich danebenstellen oder "aus Anstand" warten, bis sie hinter dem Wagen wieder hervorgekommen wäre. Sie stimmte dem zwar voll zu, war sich aber immer noch unsicher, es in die Tat umzusetzen. "Frauen in Männerberufen" können sich mit solchen Kleinigkeiten wirklich ihr eigenes Grab schaufeln - und noch das Vorurteil bestärken, Frauen seien für bestimmte Tätigkeiten ungeeignet.
Hättet Ihr hier genauso reagiert, Euch rausgehalten oder andere Tipps gegeben? Und wie würdet Ihr als Kollege reagieren?
Darauf mischte ich mich ein und sagte ihr, sie müsse das so machen. Wenn sie immer eine Toilette für sich reklamieren würde, würde sie bei einer Jobvergabe das Risiko eingehen, gegenüber jedem männlichen Bewerber den kürzeren zu ziehen - und das aus Gründen, die mit Leistung nichts zu tun hätten. Aber auch die männlichen Kollegen würden sich ärgern, wenn sie immer zum Schiffen 20 Minuten wegbliebe. Dagegen würde sie keiner von ihnen "fressen", wenn er sie hinter einem Bauwagen in der Skifahrerposition rumspringen sehen würde. Entweder würde er sich danebenstellen oder "aus Anstand" warten, bis sie hinter dem Wagen wieder hervorgekommen wäre. Sie stimmte dem zwar voll zu, war sich aber immer noch unsicher, es in die Tat umzusetzen. "Frauen in Männerberufen" können sich mit solchen Kleinigkeiten wirklich ihr eigenes Grab schaufeln - und noch das Vorurteil bestärken, Frauen seien für bestimmte Tätigkeiten ungeeignet.
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Re: Interessante Begegnung auf dem Bahnsteig
Ich hätte es auch interessant gefunden zuzuhören, aber ich hätte mich da rausgehalten. Ich glaube nicht das irgendwelche Abiturientinnen scharf auf Pinkeltipps von mir sind. Und meinen Kolleginnen gebe ich auch keine Pinkeltipps.
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Re: Interessante Begegnung auf dem Bahnsteig
Ich hätte meinen Schnabel gehalten. Es ist nicht davon auszugehen, dass die jungen Dinger auf väterlichen Rat erpicht sind. Da Pinkeln in den Intimbereich der Personen rein geht, wäre mir die Gefahr auch zu groß, dass eine ungefragte Einmischung als übergriffig empfunden wird. Da kann ich mich auch nicht drauf rausreden, dass sie das Thema selbst öffentlich diskutiert haben. Also: zuhören, sich am Kopfkino erfreuen und Schnauze halten.
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Re: Interessante Begegnung auf dem Bahnsteig
Hanno hat geschrieben:Ich glaube nicht das irgendwelche Abiturientinnen scharf auf Pinkeltipps von mir sind.
Das sehe ich aber anders. Warum soll eine Berufsanfängerin nicht auf einen Typen mit mehr Lebenserfahrung hören? Ich habe ihr ja auch keinen Pinkeltipp gegeben, sondern die Auskunft, dass sich eine Frau in einer Männerdomäne nur behaupten kann, wenn sie auch die Gepflogenheiten ihrer männlichen Kollegen übernimmt und die Integration scheitern würde, wenn sie sich von den Herren abgrenzen würde. Das gilt nicht nur fürs Pinkeln; abgrenzen würde sie sich z.B. auch, wenn sie, wenn die Herren bei der Arbeit Bier trinken würden (heute auf Baustellen sehr selten wegen Berufsgenossenschaft...), sich stattdessen Kaffee oder Wein reinpfeifen würde. Ein "Pinkeltipp" wäre z.B. gewesen, wenn ich ihr geraten hätte, sich so zu drehen, dass niemand ihren Hintern sehen könnte. Aber das Gespräch hat auch nur max. 30-40 Sekunden gedauert - war keine Diskussion und ging auch nicht um Einzelheiten.Dreckspatz hat geschrieben:Es ist nicht davon auszugehen, dass die jungen Dinger auf väterlichen Rat erpicht sind.
Auch wenn pinkeln nichts mit Sex zu tun hat, wird es zu gerne damit in Verbindung gebracht. Und das wird auch wohl der Grund für ihre "Gewissensbisse" gewesen sein. Wer weiß - möglicherweise ist sie ja auch Hockpinklerin, aber dann hätte sie wohl selbst diesen Schritt gar nicht erst in Erwägung gezogen und sich zähneknirschend mit einer Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechtes abgefunden.Dreckspatz hat geschrieben:Da Pinkeln in den Intimbereich der Personen rein geht
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Re: Interessante Begegnung auf dem Bahnsteig
Nur weil es ein gesellschaftlich privates und intimes Thema ist, bringen es Leute, die unser Interessensbereich nicht teilen, nicht automatisch mit Sex in Verbindung.the ghost hat geschrieben: ↑10 Aug 2025, 18:31 Auch wenn pinkeln nichts mit Sex zu tun hat, wird es zu gerne damit in Verbindung gebracht. Und das wird auch wohl der Grund für ihre "Gewissensbisse" gewesen sein. Wer weiß - möglicherweise ist sie ja auch Hockpinklerin, aber dann hätte sie wohl selbst diesen Schritt gar nicht erst in Erwägung gezogen und sich zähneknirschend mit einer Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechtes abgefunden.
Ich glaub du verstehst die Lage nicht. Da unterhalten sich zwei junge Abiturientinnen über ein solch intimes Thema und, sorry, dann mischt sich ein 51 Jähriger da ein und gibt ihnen Pinkeltipps. Und da muss ich @Dreckspatz recht geben, das kann selbst sehr schnell in eine Richtung gehen, auf die du keine Lust hast.
Außerdem teile ich deine Meindung im Absatz mit der "Jobvergabe" ebenfalls nicht. Der ganze Absatz ist um jahrzehnte veraltet und schert gleichzeitig alle Frauen vorurteilsbehaftet komplett über einen Kamm.
Ich persönlich finde deine Aktion und Aussage grenzwertig.
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Re: Interessante Begegnung auf dem Bahnsteig
Dein Begriff von Intimsphäre scheint mir etwas begrenzt. Intim ist nicht, was du als solches empfindest, sondern das, was die jeweilige Person als intim betrachtet.
Ich bin sicher, auch du hast Situationen, in denen du nicht sexuelle Dinge als intim betrachtest. Beispielsweise beim
Arzt, wenn du von deinem Fusspilz erzählst. Oder wenn dich ein Polizist einer Kontrolle unterzieht. Oder wenn dir im Bewerbungsgespräch einfach nichts einfällt, um den Personaler zu überzeugen… Ich wette, das möchtest du auch nicht vor Publikum erleben.
Natürlich hat Pinkeln nichts mit Sex zu tun. Aber es ist, für Frauen meist mehr als für Männer, eine Situation der Verletzlichkeit. Hast du dich mal gefragt, warum öffentliche Toiletten Wände haben? Genau deswegen, weil viele Menschen es als intim empfinden. Das kann man falsch und übermoralisch empfinden. Aber man muss erstmal anerkennen, dass es eben so ist.
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Re: Interessante Begegnung auf dem Bahnsteig
Absolut unangenehm brudi.
Ich wurde noch nie bei einem Job gefragt welche Pinkelgepflogenheiten ich präferiere. Es wurde nur gesagt hier sind Damen- und hier sind Herren Toiletten.
Wenn ich nicht explizit gefragt worden wäre, würde ich dazu absolut nichts sagen. Obwohl ich ne Frau bin. Ich misch mich generell nicht sonderlich in die Gespräche von Gruppen ein, deren Teil ich gar nicht bin.
Ich wurde noch nie bei einem Job gefragt welche Pinkelgepflogenheiten ich präferiere. Es wurde nur gesagt hier sind Damen- und hier sind Herren Toiletten.
Wenn ich nicht explizit gefragt worden wäre, würde ich dazu absolut nichts sagen. Obwohl ich ne Frau bin. Ich misch mich generell nicht sonderlich in die Gespräche von Gruppen ein, deren Teil ich gar nicht bin.
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Re: Interessante Begegnung auf dem Bahnsteig
Und genau hier braucht man Empathie.Dreckspatz hat geschrieben: ↑10 Aug 2025, 22:01 Dein Begriff von Intimsphäre scheint mir etwas begrenzt. Intim ist nicht, was du als solches empfindest, sondern das, was die jeweilige Person als intim betrachtet.
Ich bin sicher, auch du hast Situationen, in denen du nicht sexuelle Dinge als intim betrachtest. Beispielsweise beim
Arzt, wenn du von deinem Fusspilz erzählst. Oder wenn dich ein Polizist einer Kontrolle unterzieht. Oder wenn dir im Bewerbungsgespräch einfach nichts einfällt, um den Personaler zu überzeugen… Ich wette, das möchtest du auch nicht vor Publikum erleben.
Natürlich hat Pinkeln nichts mit Sex zu tun. Aber es ist, für Frauen meist mehr als für Männer, eine Situation der Verletzlichkeit. Hast du dich mal gefragt, warum öffentliche Toiletten Wände haben? Genau deswegen, weil viele Menschen es als intim empfinden. Das kann man falsch und übermoralisch empfinden. Aber man muss erstmal anerkennen, dass es eben so ist.
Das was für einen selbst "intim" oder eben "nicht intim" ist, kann für jemand anderen das genaue Gegenteil sein!
Und weil unsere Vorliebe fürs Pinkeln und/oder Kacken bei weiten nicht von jedem geteilt wird, sollte man die Menschen, mit denen man darüber reden möchte, wenigstens soweit kennen und wissen, ob man mit ihnen darüber reden darf oder eben nicht.
Sollte man es nicht wissen, dann hat man die Möglichkeit, sich vorsichtig heranzutasten.
Stellt man dabei fest, die Person möchte darüber nicht reden, dann hilft nur eines: sofort das Thema wechseln!
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Re: Interessante Begegnung auf dem Bahnsteig
Danke, und genau der letzte Punkt ist die Kernaussage. Wenn es mich interessiert, komme ich natürlich auch nicht umhin zu lauschen und Mäuschen zu spielen, aber egal welches Thema, gar nicht mal nur das Thema dieses Forums, ich hänge mich doch nicht einfach in ein Privatgespräch fremder Menschen rein. Absolut creepy. Die Mädels können froh sein, dass Ghost ihnen nicht noch die Skispringerhaltung näherbringen wollte (oder vielleicht doch, ich konnte den Text gar nicht zuende lesen).DVD hat geschrieben: ↑10 Aug 2025, 22:08 Absolut unangenehm brudi.
Ich wurde noch nie bei einem Job gefragt welche Pinkelgepflogenheiten ich präferiere. Es wurde nur gesagt hier sind Damen- und hier sind Herren Toiletten.
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Re: Interessante Begegnung auf dem Bahnsteig
Es ging definitiv nicht um Einzelheiten der Ausführung, sondern nur um das "ob" und das nur mit kurzen Worten.micha45 hat geschrieben:Die Mädels können froh sein, dass Ghost ihnen nicht noch die Skispringerhaltung näherbringen wollte
Aber in einem habt Ihr Recht - das ist wirklich eine Manie von mir. Als Anwärter hatte ich mal in einer Beurteilung etwas von "auffälligen Verhaltensweisen" stehen und eine Rückfrage, was damit gemeint sei, ergab, dass ich mich allzu gerne aus Neugier in die Gespräche von Kollegen einmischte.

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