Zug verpasst

Girls beim großen Geschäft, Kacken, Stinker machen. Egal ob dringend oder geplant. Natürlich auch woanders als auf dem Klo ;)
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Libelle
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Zug verpasst

Beitrag von Libelle »

Die Geschichte ist schon länger her:

Es war eigentlich alles genau durchgeplant gewesen. Der Arbeitstag war geschafft, der Rucksack gepackt, und ich hatte mich sogar auf die ruhige Zugfahrt nach Hause gefreut – mit Musik im Ohr, einem Snack und dem Ausblick auf eine warme Dusche und mein Bett. Doch dann der Moment, den man immer fürchtet, aber nie einplant: Der Anschlusszug fiel aus, der nächste würde erst in zwei Stunden fahren. Zwei Stunden! Und das mitten auf einem dieser kleinen, ausgestorbenen Bahnhöfe irgendwo im Nirgendwo, wo selbst der Wind zu spät kommt.

Anfangs versuchte ich noch, die Situation mit Humor zu nehmen. Ich schlenderte über den Bahnsteig, scrollte etwas auf dem Handy herum, suchte nach einem offenen Café – aber wie zu erwarten war: alles dunkel, alles zu. Und dann spürte ich es. Erst nur ein leichtes Ziehen im Bauch, ein bisschen Druck. Ich schob es weg, wie man das eben tut, wenn man nicht in der Nähe einer Toilette ist. Doch das Ziehen blieb nicht zaghaft. Es wuchs. Und mit ihm auch der wachsende Harndrang, der sich in der Blase aufbaute wie ein langsam überlaufender Eimer.

Ich zwang mich, ruhig zu bleiben, suchte hektisch nach einem WC – doch das Bahnhofsgebäude war abgeschlossen. Kein öffentliches Klo, keine Tankstelle, keine Menschenseele weit und breit. Und irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich aufhören musste, die Haltung zu wahren. Mein Bauch machte sich mit deutlich hörbarem Gluckern bemerkbar, als hätte er selbst beschlossen, jetzt gleich die Kontrolle zu übernehmen.

Also blieb mir nur eins: Ich schnappte mir meine Tasche, ging raus vom Bahnsteig, über den Parkplatz, vorbei an den leeren Fahrradständern – und suchte mir ein kleines Stück Gebüsch hinter dem Bahndamm. Die Dämmerung spielte mir immerhin in die Karten: Es war dunkel genug, dass ich niemandem auffallen würde, und still genug, dass ich jeden Schritt gehört hätte.

Ich fand eine halbwegs dichte Stelle zwischen zwei Büschen, trat vorsichtig ins hohe Gras und ließ meinen Blick nochmal über die Gegend schweifen – niemand da.

Schon beim Hinuntergehen roch ich es: ein leicht säuerlicher, muffiger Geruch, der mir verriet, dass ich wohl nicht die Erste war, die diese Ecke hier als improvisiertes Klo genutzt hatte. Der Boden war stellenweise plattgetreten, und ein paar vergilbte Taschentücher lagen zerfleddert zwischen den Halmen – halb verdeckt von altem Laub, halb offen zur Welt. Ein kurzer Moment der Abscheu durchzuckte mich, doch mein eigener Drang war stärker. Ich suchte mir die „sauberste“ Stelle, drehte mich etwas zur Seite – und dann ließ ich los.

Kaum hatte ich mich gesetzt, kam der Schwall. Erst das Pipi – heiß, drängend, unaufhaltbar. Es rauschte förmlich aus mir heraus, als hätte ich einen Wasserhahn aufgedreht. Der Boden unter mir wurde rasch dunkel und dampfte leicht in der feuchten Abendluft. Ich musste mich etwas zurücklehnen, um meine Schuhe zu retten – was gar nicht so einfach war mit der vollen Blase und den zitternden Knien.

Doch kaum war die eine Erleichterung geschafft, meldete sich auch schon der zweite Teil. Das Drücken im Bauch war nicht verschwunden – im Gegenteil, jetzt forderte es volle Aufmerksamkeit. Ich konzentrierte mich, atmete einmal tief durch, und ließ langsam locker. Und dann kam es. Stück für Stück, warm, schwer und mit diesem ganz eigenen, stillen Gefühl des Loslassens. Die Ladung landete weich im Gras unter mir, begleitet von einem leisen Plumpsen, das mich leicht zusammenzucken ließ – obwohl ich ja wusste, dass es passieren würde.

Ich blieb noch einen Moment in der Hocke. Nicht aus Scham, sondern weil mein Körper es brauchte, um wieder zur Ruhe zu kommen. Ich lauschte in die Stille, hörte das Zirpen der Grillen, irgendwo ein entferntes Auto – und fühlte mich plötzlich ganz seltsam ruhig. Es war irgendwie absurd, in einem fremden Gebüsch hinter einem Provinzbahnhof zu hocken, den eigenen Haufen dampfend zwischen den Beinen, und gleichzeitig so viel Erleichterung zu empfinden.
Zum Glück hatte ich Taschentücher in der Jackentasche. Ich griff danach, wischte mich vorsichtig ab – erst vorn, dann hinten, gründlich, aber mit dieser schnellen Effizienz, die man nur hat, wenn man weiß: Es ist kein Ort zum Verweilen. Die benutzten Tücher verschwanden unter einem kleinen Haufen Laub, den ich mit dem Fuß darüber schob. Kein Meisterwerk, aber unauffällig genug. Kein Mensch würde da neugierig werden.

Dann die Hose wieder hoch, ein letzter prüfender Blick in die Dunkelheit – und zurück zum Bahnhof. Ich setzte mich auf eine der kalten Bänke, ein bisschen durchgefroren, aber mit einer eigenartigen Ruhe im Bauch. Zwei Stunden würden nun vergehen – aber immerhin ohne Bauchschmerzen. Und ich schwor mir, beim nächsten Mal früher aufs Klo zu gehen. Oder zumindest eine kleine Notfalllösung im Rucksack zu haben.
Moooooooin!
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Re: Zug verpasst

Beitrag von Moooooooin! »

Sehr schön geschrieben!
Kacke ist nicht scheisse!
FYSCRIPT
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Re: Zug verpasst

Beitrag von FYSCRIPT »

Tolle story, hätte ich mich warscheinlich nicht getraut...
Was meinst du aber mit der von dir erwähnten Notfalllösung😅
Mahximilian
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Re: Zug verpasst

Beitrag von Mahximilian »

Du schreibst richtig schöhn! Meine Loeblingsstellen:
Libelle hat geschrieben: 21 Aug 2025, 06:43 Und das mitten auf einem dieser kleinen, ausgestorbenen Bahnhöfe irgendwo im Nirgendwo, wo selbst der Wind zu spät kommt.

Und mit ihm auch der wachsende Harndrang, der sich in der Blase aufbaute wie ein langsam überlaufender Eimer.

Es war dunkel genug, dass ich niemandem auffallen würde, und still genug, dass ich jeden Schritt gehört hätte.

– halb verdeckt von altem Laub, halb offen zur Welt.

Und dann kam es. Stück für Stück, warm, schwer und mit diesem ganz eigenen, stillen Gefühl des Loslassens.

Ich lauschte in die Stille, hörte das Zirpen der Grillen, irgendwo ein entferntes Auto – und fühlte mich plötzlich ganz seltsam ruhig. Es war irgendwie absurd, in einem fremden Gebüsch hinter einem Provinzbahnhof zu hocken, den eigenen Haufen dampfend zwischen den Beinen, und gleichzeitig so viel Erleichterung zu empfinden.

mit dieser schnellen Effizienz, die man nur hat, wenn man weiß: Es ist kein Ort zum Verweilen.
OOO
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Re: Zug verpasst

Beitrag von OOO »

Wirklich toll. So nah an de Realität.
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